Gewässerordnung

des Angelverein Wunstorf 1951 e.V.

Stand: März 2019


Diese Gewässerordnung fasst auf Vereinsebene alle bisherigen Bestimmungen sowie Ge- und Verbote zusammen. Berücksichtigung finden hier ebenfalls die Mindestvorgaben der Fischereiordnung und des Tierschutzgesetzes. sie regelt die Ausübung der Fischerei durch den organisierten Sportangler im kameradschaftlichen Bereich wie auch im Verhalten gegenüber der Kreatur, dem Fisch. sie legt fest, welche Fischfanggeräte als Fanggeräte anzusehen sind, ohne das Regelwerk des Tierschutzgesetzes zu verletzen. Das Tierschutzgesetz ist Bundesangelegenheit. Der §1 dieses Gesetzes sagt u.a.: Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Für unsere Vereinsmitglieder besteht kein vernünftiger Grund, wenn ein maßiger Fisch keiner sinnvollen Verwertung, z.B. der menschlichen Ernährung, zugeführt wird. Der Tatbestand des § 17 des Tierschutzgesetzes ist erfüllt, wenn diese Vorschriften nicht beachtet werden. Diese Gewässerordnung soll dazu beitragen, unsere Vereinsmitglieder vor unnötigen Strafverfahren zu bewahren. Die Gewässer sind nicht nur Lebensraum der Fische, sondern vieler anderer Tiere. Es ist deshalb unsere Aufgabe, die Gewässer als Lebensraum zu erhalten und sie vor allen Schädigungen zu schützen. Nur so können sie als wichtiger Bestandteil der Landschaftauch in Zukunft vielen Menschen Erholung bieten. gez.1. Vorsitzender Svend Stolzenberg

1. Ausübung der Fischerei

1.1 Verhalten der Angler & Anglerinnen am Wasser Das Verhalten der Angler & Anglerinnen untereinander soll durch Kameradschaft bestimmt sein. Die Angler & Anglerinnen sind untereinander zur gegenseitigen Hilfe verpflichtet. Der Abstand, der zum Fangplatz eines anderen Fischers eingehalten werden soll, richtet sich nach der Größe des Gewässers (See-Bach-Fluss-Strom). Er soll grundsätzlich mindestens so groß sein, dass eine gegenseitige Störung unterbleibt. Der Angelplatz anderer Fischer muss in einem so großen Abstand und so vorsichtig passiert werden, dass die Fische nicht unnütz beunruhigt werden und eine nachhaltige Störung des Angelplatzes unterbleibt. Die Bestimmungen des Uferbetretungsrechtes sind genau zu beachten. Gebrauchsfertige Angelgeräte dürfen beim Passieren fremder Fischereirechte nicht mitgeführt, Angelgeräte nur verpackt transportiert werden. Beim Verlassen seines Angelplatzes hat der Erlaubnisscheininhaber seine Angelruten aus dem Wasser zu nehmen. Den Anweisungen der Polizei und der Fischereiaufseher ist Folge zu leisten.
1.2 Fischereiaufseher: Allen zur Fischereiaufsicht befugten Personen sind die zur Fischerei notwendigen Papiere sowie der Fang und Behältnisse, die zum Fischtransport dienen können, auf Verlangen vorzuzeigen. Ihren Anordnungen ist Folge zu leisten. Der Fischereiaufseher hat sich vorzustellen und auszuweisen.

2. Fischereipapiere

Bei der Ausübung des Angels sind folgende Papiere immer bei sich zu tragen:
- Fischereischein:
Er ist in Niedersachsen nicht gesetzlich vorgeschrieben. Ersatzweise ist dann der Personalausweis mitzuführen.
- Erlaubnisschein, Fangmeldekarte und Kanalkarte:
Der Erlaubnisschein zum Fischfang und die Fangmeldekarte sind zu einem Buch zusammengefasst. Der Erlaubnisschein darf nur von dem ausgestellt werden, dem das Fischereirecht in vollem Umfang zusteht.
- Sportfischerpaß
Der Sportfischerpaß ist nur dann gültig, wenn die entsprechenden Beitragsmarken geklebt sind.
- Nachweis der Fischerprüfung
Als Nachweis der erfolgreich abgelegten Fischerprüfung genügt auch eine Eintragung im Sportfischerpaß oder der Fischereischein.

3. Besondere Verpflichtungen Ordnung am Gewässer

3.1 Der Erlaubnisscheininhaber ist zur Sauberhaltung seines Angelplatzes und zur Schonung der Ufer und Böschungen verpflichtet. Einfriedungen dürfen nicht beschädigt, Wiesen, Weiden und Deiche nicht befahren werden.
3.2 Das Verwenden von Einweg-Köderdosen an den Vereinsgewässern ist verboten.
3.3 Boote, von denen aus geangelt wird, sind nur zulässig, wenn eine entsprechende Genehmigung des Vorstandes vorliegt.
3.4 Das Baden in den vom Verein bewirtschafteten Gewässern ist für alle Vereinsmitglieder, deren Angehörige und Bekannte verboten.
3.5 Das Angeln im Fisch-Schongebiet eines Gewässers ist verboten.
3.6 Alle im Zuge der Aueregulierung entstandenen Laichbuchten im Pachtgebiet unseres Vereins sind in der Zeit vom 15.04. bis 31.05. eines jeden Jahres für den gesamten Fischfang gesperrt.
3.7 Aus naturschützerischen Gründen ist das Schneiden von Sträuchern, Büschen, Bäumen und Schilfrohr verboten. Nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Vorstandes kann eine Ausnahme gemacht werden.
3.8 Aus fischereiwirtschaftlichen Gründen ist das Eisangeln in vereinseigenen oder vom Verein gepachteten Gewässern verboten.
3.9 Mitglieder der Jugendgruppe dürfen den Fischfang nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ausüben. Es ist ihnen untersagt, in Begleitung Erwachsener Personen, auch wenn die Erziehungsberechtigten Mitglied in unserem Verein sind, die Nachtangelei auszuüben.
3.10 An vereinseigenen oder vom Verein gepachteten Gewässern ist offenes Feuer jeder Art (grillen) und Zelten verboten.

4. Besondere Ereignisse am Gewässer

Bei Fischwilderei, Fischfrevel, Fischsterben, bei Schädigung der Natur allgemein und der Gewässer im Besonderen, ist jedes Vereinsmitglied - und darüber hinaus jeder Sportfischer verpflichtet, dem Vereinsvorstand unverzüglich Meldung zu erstatten. Bei Notfällen sollte jeder Einzelne selbst abwägen, zuerst die Polizei zu alarmieren.

5. Nistplätze

Nistplätze der am Wasser brütenden Vögel sind vor Störungen zu bewahren und so abzuschirmen, dass sie weder von Menschen noch von Weidevieh unbeabsichtigt zerstört werden. In jedem Fall ist der Vereinsvorstand zu benachrichtigen.

6. Der waidgerechte Fischfang

6.1 Es dürfen nur die in der Fangerlaubnis eingetragenen Handangeln benutzt werden. Diese sind bei Erwachsenen Mitgliedern mit Fischerprüfung 3 Ruten, davon eine mit Köderfisch, bei jugendlichen Mitgliedern mit Fischerprüfung 2 Ruten, davon eine mit Köderfisch und bei Mitgliedern ohne Fischerprüfung 1 leichte Friedfischrute. Der Sportfischer darf sich nicht weiter von seinen Angelruten entfernen, als es seinem optischen Wahrnehmungsvermögen entspricht, um bei einem Anbiss sofort eingreifen zu können.
6.2 Die Angelgeräte sind so stark zu wählen, dass der Drill eines Fisches nicht länger ausgedehnt werden muss, als es den Umständen nach unvermeidbar ist.
6.3 Je Handangel ist nur ein Haken erlaubt. Zwillinge und Drillinge sind nur beim Raubfischfang gestattet.
6.4 Der Gebrauch von verbotenem Angelgerät, Fanggerät oder -methode hat den sofortigen Entzug der Angelerlaubnis zur Folge. Hierzu gehören auch Netze, Grundschnüre, Reuse, Legangel und Treibangel.
6.5 In vereinseigenen oder vom Verein gepachteten Gewässern, dass nur begrenzt an gefüttert werden.
In Fließgewässern: 5 Liter trocken, incl. aller Beimengungen
In stehenden Gewässern: 3 Liter trocken, incl. aller Beimengungen
6.6 Als Fetzenköder ist zu bezeichnen, wenn ein Viertel eines Fisches, etwa die Eingeweide oder eine Rückenseite, auf einen einfachen Haken gezogen wird. Er ist ganzjährig erlaubt und ist nicht als Köderfisch zu werten.
6.7 Beim Angeln mit der Kopfschnurrute darf keine andere Angelrute ausgelegt sein.

7. Der Raubfischfang

7.1 Die Verwendung lebender Köderfische ist verboten. Daraus ergibt sich, daß das Hältern von lebenden Köderfischen nicht erforderlich und damit ebenfalls verboten ist. Tote Köderfische dürfen auch am Spinnsystem benutzt werden. Zwischen Köder und Angelschnur muss ein Wirbel und ein mindestens 15 cm langes Stahlvorfach montiert sein.
7.2 Während der Raubfischschonzeit (Hecht und Zander) ist das Angeln mit der Blinker- und Spinnrute nicht erlaubt.
7.3 Beim Angeln mit Kunstköder und Spinnsystem dürfen keine anderen Angelruten ausgelegt werden.
7.4 Es darf nur mit einer Köderfischrute oder einer Blinker-/Spinnrute auf Raubfisch geangelt werden.
7.5 Als Köderfische dürfen alle Edelfische, Salmoniden und die im Punkt 18 dieser Gewässerordnung aufgeführten Fische und Krebse keine Verwendung finden.
7.6 In allen Vereinsgewässern ist der Raubfischfang (Hecht und Zander) in der Zeit vom 01.02. bis 30.04. eines jeden Jahres gesperrt.
7.7 Aus allen Vereinsgewässern dürfen nur 2 Hechte oder 2 Zander bzw. 1 Hecht und 1 Zander pro Tag gefangen und entnommen werden.

8.Behandlung des maßigen Fisches

8.1 Fische sind mit dem Unterfangkescher zu landen. Ist dies nicht möglich, können andere Geräte wie z.B. ein Gaff verwendet werden.
8.2 Der Setzkescher ist in allen Vereinsgewässern verboten. Um den gefangenen Fisch frisch zu halten, ist es gestattet, diesen am Wasser auszunehmen. Voraussetzung ist aber, dass die Eingeweide des Fisches mitgenommen werden.
8.3 Fische nur aus Freude am Drill zu fangen, ist im Sinne des Tierschutzgesetzes niemals ein vernünftiger Grund und ist deshalb verboten. Der Fisch ist zu betäuben bzw. zu töten, indem er einen oder mehrere kräftige Schläge auf das Nachhirn erhält. Durch Herzstich oder Durchtrennen der Kiemenarterie soll der Fisch ausbluten. Bei Aalen ist dicht hinter dem Kopf vom Rücken her ein scharfer Schnitt bis durch die Wirbelsäule zu führen. Der Schlag auf das Nachhirn unterbleibt
8.4 Die Länge eines Fisches ist von der Kopfspitze bis zum äußersten Ende der Schwanzflosse zu messen. Der Fisch ist dabei auf das Maß zu legen.

9. Behandlung der untermaßigen und während der Schonzeit gefangenen Fische

Untermaßige Fische sind besonders schonend zu behandeln. Sie dürfen nur mit nassen Händen angefasst werden, damit weder Schuppen herausgerissen werden, noch die Schleimschicht der Oberhaut beschädigt wird. Nach Möglichkeit sind sie im Wasser zu belassen. Der Angelhaken ist mit einem Lösegerät (Hakenlöser, Lösezange, Arterienklemme usw.) vorsichtig zu entfernen. Der Fisch ist sorgfältig zurückzusetzen. Ist bei einem untermaßigen Hecht oder Zander der Schlund durch einen Mehrfachhaken zugehakt (der Fisch kann keine Nahrung mehr aufnehmen), muss der Fisch getötet werden. Der Haken mit Vorfach ist als Nachweis bis zum Ende des Angelns am Fisch zu belassen.

10. Allgemeine Fangbeschränkung

Es dürfen täglich nicht mehr als 2 Karpfen, 4 Schleien, 2 Salmoniden (Regenbogenforele,Bachforelle, Seeforelle, Seesaibling, usw.) und 5 kg anderer Fisch gefangen und mitgenommen werden. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn der zuletzt gefangene Fisch die 5-kg-Grenze überschreitet.

11. Schonzeiten und Mindestmaße:

(s.Übersicht der Schonzeiten und Mindestmaße ).
Nach der niedersächsischen Binnenfischereiordnung dürfen Meerforellen und Lachse nur in den Gewässern gefangen und entnommen werden, in die sie als Besatz eingebracht worden sind.

12. Besondere Bestimmungen

In fischereiwirtschaftlich begründeten Fällen kann der geschäftsführende Vorstand den Fang bestimmter Fischarten einschränken, sperren oderfreigeben. Der Bagger-See in Wunstorf und der Grüne-See in Poggenhagen sind nach dem Fischbesatz im jährlichen Wechsel für die Zeit vom 15.10. bis 01.02. für den Friedfischfang gesperrt. An den Gewässern werden entsprechende Hinweise angebracht.

13. Fangstatistik

Das Fangjahr ist das Kalenderjahr. Das Fangmeldebuch ist bis zum 31.01. des Folgejahres im Vereinsbüro abzugeben. Wird dieser Termin nicht eingehalten, werden keine neuen Angelpapiere ausgegeben. Das Fangmeldebuch beinhaltet die Fischereierlaubnis und ist bei einer Kontrolle am Vereinsgewässer der Fischereiaufsicht zur Unterschrift vorzulegen.

14. Anfahrt mit motorisierten Fahrzeugen zu den Vereinsgewässern siehe Ausnahmegenehmigung

Waldwege und Deichwege an den Auen und am Mittellandkanal dürfen nicht be- oder überfahren werden. Wegen drohender Verschmutzung durch Benzin und Öl sind z.B. motorisierte Zweiräder nicht bis an den Angelplatz mitzunehmen. Es ist ein Sicherheitsabstand zum Gewässer und Uferbereich einzuhalten.

15. Gültigkeit

Die Fischereiordnung verliert mit der Herausgabe dieser Gewässerordnung ihre Gültigkeit.

16. Haftung

Der Erlaubnisscheininhaber haftet für Schäden, die er selbst erleidet oder anderen zufügt. Der Sportanglerverein Wunstorf e.V. haftet nicht.

17. Vorbehalt Änderungen der Gewässerordnung bleiben vorbehalten.

18. Auszug aus der Binnenfischereiordnung

Es ist verboten, Fische folgender Arten zu fangen: Bachneunauge, Bachschmerle, Bitterling, Elritze, Flussneunauge, Groppe (Koppe, Mühlkoppe), Meerneunauge, Nase, Rapfen, Schlammpeitzger, Steinbeißer, Stör. Es ist verboten, Fische und Krebse folgender Art zu fangen, wenn sie nicht mindestens folgende Länge haben: Aal 35 cm, Barbe 35 cm, Regenbogenforelle 25 cm, Wels S0 cm, Flusskrebs 11 cm.
Vorgenannte Fische und Krebse dürfen nicht als Köder verwendet werden!